Neues aus Frankfurt

(Ein bißchen spät, aber….)
Wie gesagt, mehr oder weniger unverhofft hat die Motorradstaffel Köln der Ruf nach Frankfurt an den Henninger Turm ereilt. Innerhalb kürzester Zeit war das Team komplett, wurde and ein, zwei Positionen dann nochmal umbesetzt und dann ging es am letzten Wochenende ab nach Frankfurt/M.

Das war auch gleich der grösste Unterschied. Man fährt nicht mal eben um die Ecke, sondern hat erstmal 200km Anreise. Die Vorstellung an einem Tag 600km, darunter 200 „Rennkilometer“ zurückzulegen war mir äußerst unsympatisch aber da ich Verwandte in Frankfurt habe, stellte eine Übernachtung kein Problem dar.

Samstag Mittag ging es also los: Über Euskirchen (Tanken) Wisskirchen, A1 bis Koblenz, dann die A48 Richtung Dernbacher Dreieck (trotz ihrer Last ist die KLE ganz prima die Berge hoch gerannt!) und am ersten Rasthof nach Montabaur raus, warten auf die anderen beiden nicht-Sonntagsfahrer.

Dummerweise war ich fast eine ganze Stunde zu früh am Treffpunkt, ein Umstand den ich leicht hätte vermeiden können in dem ich mich im Stau vor Koblenz STVO gerecht verhalten hätte, aber wer macht das schon, wenn die Sonne brennt…die Klamotten so schwarz sind…. und man so locker in die Gasse zwischen den stehenden Autos passt….

Von Montabaur aus ging es dann auf der A3 bis Idstein („Fahr Du mal vor, Du bist am langsamsten“) und dann durch den Taunus Richtung Frankfurt. Es folgte für mich ein reizender Abend „in Familie“ während die Kollegen zum Hotel fuhren und dann später feststellen durften, dass sie in Motorradklamotten nicht sehr Willkommen auf der Fahrervortsellungsparty waren

Am nächsten Morgen dann Anfahrt zum (telefonisch am Vorabend vereinbarten) Treffpunkt, keiner da. Also Handy raus… „ja wir sind hier alle bei Start und Ziel, Deine Unterlagen sind auch hier.“ Na toll. Ok, schlimm war das nicht, 200m auf dem Bürgersteig die abgesperrte Rennstrecke entlang und schon waren wir komplett, auch die Sonntagsfahrer waren heil angekommen und voller Tatendrang.

Kurz vor elf ging es dann in die Startaufstellung und dann ging es los. Zunächst folgte soetwas wie eine Aufwärmetappe von 17 km bis zum eigentlichen „scharfen Start“. Da ich auf dem Weg durch die Stadt schon zweimal abgestiegen war um meinen Job zu tun und die Radler auf den rechten Weg zu weisen kam ich hinter dem Feld am Startplatz an und durfte mir dann einen Weg durch hektisch zum Rand, Richtung Böschung und Erleichterung strebende Radprofis bahnen.

Das eigentliche Rennen unterschied sich nicht wesentlich von z.B. Rund um Köln, mit einigen Ausnahmen. Ich will niemandem zu nahe treten, aber die Hessischen Motorradpolizisten waren sich vielleicht nicht immer der gebotenen Eile bewusst und haben mit ihren dicken grünweissen BMWs oder Yamahas FJRs (in schicker blau silberner Tarnfarbe) auch gern mal „im Weg gestanden“. Dann sind mir, vorallem im Innenstadtbereich, sehr viele Kreuzungen aufgefallen an denen niemand stand und abriegelte, das ist in Köln besser. Die Strecke selbst war so ganz nett, aber das man eine Schleife drei mal durchfahren musste war dann doch irgendwie ermüdend (Murmeltiersyndrom).

Für mich persönlich lief es stellenweise nicht so toll, zuerst bin ich direkt hinter den Radlern auf eine recht heftige Steigung geraten, eine Übung die meiner KLE schon so gar nicht schmeckt aber dann war ich auch noch gezwungen anzuhalten. Das folgende Anfahren wäre dann fast schief gelaufen, zumahl ich in Richtung Strassenrand zum Stehen gekommen war, dass heißt vor mir einen Haufen Zuschauer.

Dann habe ich die KLE auf einer Mittelinsel abgestellt die mit Rindenmulch bedeckt war. Eine ganz, ganz dumme Idee. Ich hatte zwar die kleine (für solche Zwecke gedachte) Plastikscheibe darunter gelegt aber wie ich dann da so stand und den Radlern Zeichen gab, hörte ich es plötzlich hinter mir Dauerhupen und als dann ein Kollege ankam und an mir vorbeizeigte wusste ich plötzlich wo es her kam. Da lag sie und hupte.
Gottseidank hielt sich der Schaden in Grenzen. Der Kupplungshebel war an der Sollburchstelle abgebrochen, (2/3 übrig, das geht zum Weiterfahren) die Hupe krächszte nur noch und, da sie mit dem Ständer auf die Bordsteinkannte gekippt war hatte die Rückholfeder eine Schlag mitbekommen, das heisst der Ständer schackerte ein wenig, aber alles im grünen Breich.

Zu allem Überfluss habe ich später dann auch noch meine Fahne veloren (die zum Winken) und war somit darauf beschränkt Motorradpolizisten an Kreuzungen abzulösen.

Nach knapp fünf Stunden sind wir dann schliesslich über den Zielstrich gefahren und anschliessend herausgewunken worden. Nachdem wir mit Gulaschsuppe und einer Menge Getränken unsere Lebensgeister wieder erweckt hatten ging es auch schon wieder los auf die Autobahn, Richtung Heimat und soweit ich weiss sind alle heil angekommen.

Ich führ meinen Teil hatte ab Koblenz keinen Bock mehr auf Autobahn und bin dann über die B9 gefahren um dann links abzubiegen, erst Richtung Nürburgring, dann Richtung Ahrbrück, Altenahr, Bad Münstereifel und hab so (trotz Gesäßschmerzen) noch eine sehr schöne kleine Eifeltour mitgenommen.

Fazit: Frankfurt, gerne wieder!