Computerpolizei

Was mir an der geplanten und auch schon vorhandenen Aktivität der Polizei in Sachen Internet am meisten Sorge macht ist die Tatsache, dass selbige ja schon mit vorhandenen und erprobten, trainierten Fahndungsmethoden so ab und an Schwierigkeiten hat. Wie soll das erst werden, wenn sie sich mit neuen, komplizierten Dingen beschäftigen sollen die sich noch dazu schneller weiterentwickeln als man beim Amt per Antragsformular neue Bleistifte bekommt? Mir fehlt auch noch der schlüssige Beweis, dass man tatsächlich mit NDS und Schäubletrojanern etwas erreichen kann was auch nur im entferntesten in Relation zur Einschränkung der Bürgerrechte steht.

Der tolle Kinderporno Fahndungserfolg mit 12000 Verdächtigen z.B.

Viele der gemeldeten Nutzer seien „nur für Sekunden“ und demzufolge „möglicherweise aus Versehen“ auf einschlägige Kinderpornografie-Seiten geraten. Diese Zeit habe außerdem vermutlich nicht gereicht, Dateien auf den eigenen Rechner zu laden, erläutert laut Spiegel die Dortmunder Oberstaatsanwältin Ina Holznagel. Aufgrund des immensen Verwaltungsaufwands und der spärlichen Resultate gerät die Operation „Himmel“ damit in die Kritik.
(heise online )

Dazu passt das Fallbesipiel aus Udo Vetters LawBlog :

Bei meinem Mandanten wurden Büro und Wohnung durchsucht. Seine Frau und sein Chef zogen schon zu Beginn der Aktion die naheliegenden Konsequenzen. Dass mein Mandant nach Monaten einen schmucklosen Einstellungsbescheid ohne ein Wort des Bedauerns erhielt, interessierte sie nicht sonderlich.

Über das Umgangsrecht mit den Kindern wird demnächst entschieden.
(Vom “Himmel” in die Hölle )

Die Befürchtung liegt nahe, dass aufgrund der wenig positiven Resonanz weiter auf Teufel komm raus Erfolge produziert werden müssen am besten mit der ganz großen Klatsche, damit auch wirklich mal ein kleiner Fisch ins Netz geht. Das läßt hoffen.

Gut, dass ich ab ersten Ersten warschenlich kein Internet mehr habe, aber das ist ein anderes Thema.