So gehts doch auch, Twitterburg

KölnWhale
KölnWhale

Twitter wird ja von vielen als Weltumspannende Quasselecke betrachtet, von noch viel mehren als Spielzeug aber von einigen auch als neue, webzwonullige Art der Nachrichtenverbreitung. Passiert etwas irgendwo in der Welt und irgendwer mit einem Twitteraccount kriegt es mit, steht es kurze Zeit später im Netz.

Natürlich hat auch Twitter den ein oder anderen Haken. Die zwei größten sind sicher die Masse und die Relevanz. Man kann man sich hinsetzen und dem weltweiten Gezwitscher „lauschen“ aber das geht so schnell und ist so viel und ist ganz oft nicht Deutsch und ist noch viel öfter ganz unwichtig… da wirste bekloppt. Also sucht man sich Leute oder Institutionen von denen man glaubt, sie schrüben in der Hauptsache Dinge welche einen selbst interessieren oder betreffen könnten und folgt ihnen womit man dann zum follower wird. (das nur für die wenigen die nicht so genau wissen…)

Wenn man jemandem folgt den man kennt, oder dessen Äußerungen man in der Regel als angenehm oder interessant empfindet sieht man selbigen dann sicher auch gerne den ein oder anderen Tweet der eher nutzarmen Art nach.
(„gute Nacht, Twitterburg“ verry beliebt)

Kommen wir zurück zu „Wenn in der Welt etwas passiert…“ Neulich ist die Weboberfläche von Googlemail für ein paar Stunden nicht zu erreichen gewesen. Was ein Aufschrei. Nun ist sicher der Anteil der Googlemailnutzer die auch Twittern recht hoch und so war plötzlich jeder betroffen, jeder schrieb es in die Welt es war schwer zu ertragen, selbst bei den relativ wenigen Leuten denen ich folge, so ungefähr 90. Anderes Beispiel: der Flugzeugabsturz in Holland, neulich. Ständig sich überbietende und widersprechende Gerüchte über Ursache und Anzahl der Opfer. Wobei im Unterschied zum ersten Beispiel, die meisten ja gar nicht vor Ort oder gar betroffen waren sondern nur Hörensagen weitergaben.

Gestern ist in Köln das Stadtarchiv eingestürzt. Wie es aussieht ist man einer großen Katastrophe knapp entgangen, auch wenn drei Opfer so sich denn ihr Vermisstenstatus nicht noch anders aufklärt natürlich drei zuviel wären. Gut, das war jetzt eine eher regionale Katastrophe so daß die allgemeine Twitterei sich in Grenzen hielt. Irgendwann verwies dann der Twitterer der Berliner Morgenpost auf einen gewissen SamZidat der wohl vor Ort sei. Ich folgte ihm und er wohnt tatsächlich in Sichtweite, kann die Unglücksstelle von seinem Balkon beobachten und macht ein paar Fotos (stellt sie unter Creativ Commens By Lizenz) und schreibt immer nur wenn er etwas selber sieht oder hört kein aufgeregtes „ich weiß was“ Geschnatter. Kompliment, so gehts doch auch.

Wie sagte schon Herr Klein

Nach den großen Versionssprüngen (2.0, 1.0…) folgen die kleinen: Web 2.1 bedeutet, es auch mal bleiben zu lassen. Den anderen zuliebe.

Foto: © SamZidat und Twitter wenn es nicht funktioniert