Respektvoller Umgang

Screenshot von WDR5.de

Im Augenblick sind die Geschehnisse in der Türkei in aller Munde. Vor allen Kameras oder vielmehr hinter allen Schneideraum Türen oder auf allen Final Cut Rechnern spielen sich die gleichen Bilder von Demonstranten jagenden Polizisten ab. Als Gegensatz dazu der türkische Ministerpräsident Erdogan der seine Anhänger begeistert mit Ansprachen über Terroristen und die bösen Medien im Westen. Ein Nachrichtenumfeld wie geschaffen für einseitige Polemik. Wir Deutschen halten wahrscheinlich zu den Demonstranten (auch ohne eine Frau Roth in Tränen *sigh*) die türkischstämmigen Deutschen vielleicht eher zu Erdogan. Ich für meinen Teil will die Ursachen und Hintergründe nicht werten, dafür fehlt mir jede Kompetenz allerdings verurteile auch ich das vorgehen der Staatsmacht, soweit es mir aus unseren Medien bekannt ist. Punkt, Vorrede zu ende.

Der Westdeutsche Rundfunk hat heute morgen in seinem fünften Programm das Thema zum Inhalt der Anrufersendung „Tagesgespräch“ gemacht, eine Idee die mir, anhand der sich schnell aufschaukelnden Emotionen die dieses Thema hervorbringt, gewagt erschien. Passender Weise folgte die Sendung auf ein Zeitzeichen zum Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni 1953 aber das nur am Rande.

Um so erfreuter war ich dass diese Sendung geprägt war von sachlichen Anrufen, und mit Dr. Michael Lüders einen offenbar äußerst sachkundigen und kompetenten Studiogast hatte der in der Lage war die Situationen ein bisschen besser aufzudröseln als es manch hastig gezimmerter Brennpunkt so leisten kann. Am Ende hatte ich das Gefühl etwas mehr verstanden zu haben über die Situation im und um den Gezi-Park. Punkt für das Radio.

Wer sich die 40 Minuten anhören mag kann das vorläufig hier tun:
Podcast Tagesgespräch vom 17.6.

Wer etwas über öffentliche Emotionen im Zusammenhang mit dem Thema erfahren will, dem empfehle ich diesen Beitrag im Blog „120 Sekunden“:
Der Tag, als ich in den Abgrund der deutschen Facebook-Kommentarkultur blickte || #occupygezi