Stummes Schwarz

Irgendwann ist mir mal aufgefallen, dass wir bei der Arbeit manchmal komisches Zeug reden, was wir, untereinander, prima verstehen, jedenfalls meistens, aber für den Außenstehenden eine schöne Ansammlung Böhmischer Dörfer sein dürfte.

Ich habe aus dieser Überlegung einen Post bei Facebook gebastelt und Freunde, Kollegen und Mitlesende um Ergänzung gebeten, nach zweieinhalb Jahren sind es jetzt 457 Kommentare. Manchmal gehen sie ein bisschen am Thema vorbei aber fast alle sind amüsant bis lustig.

Damit das nicht bei FB verloren geht (vielleicht verlass ich es ja doch mal) werde ich versuchen das Ganze in angemessener Form hierher zu übertragen. Die Beiträge sind (noch) nicht sortiert, sondern in der Reihenfolge ihres Erscheinens. Auf entstandene Diskussionen verzichte ich, aber gebe mir Mühe, ein bisschen Licht ins Kauderwelsch zu bringen. Die Fotos entstammen alle meiner Knipssucht und dienen ausschließlich der optischen Auflockerung.

ES IST NOCH LANGE NICHT FERTIG!

Ihr seid gerne eingeladen auch hier zu kommentieren, wenn Euch noch was einfällt.

Auslöser war übrigens die Bitte des WDR Schaltraums vor einer Moma Sendung doch bitte ein Bild zu zeigen, statt nichts (Schwarz) weil:


Auslöser war übrigens die Bitte des WDR Schaltraums vor einer Moma Sendung doch bitte ein Bild zu zeigen, statt nichts (Schwarz) weil:

„Ich bin schon in der Luft, da geb ich ungern stummes Schwarz ab“

Der Schaltraum in Köln hat die Leitung aus dem Studio schon bis zur ARD nach Frankfurt geschaltet und zu den normalen Berufskrankheiten bei TV Menschen gehört es, dass sie nervös werden, wenn aus einer Leitung nichts raus kommt (wobei Schwarz eigentlich nicht nichts ist, aber lassen wir das)

„Nimmst Du mich mal von der Decke!“

Während der Regiebesprechung im Studio hat mancher Regisseur gerne ein Mikrophon damit seine Ansagen über die Deckenlautsprecher auch allen Beteiligten zugängich gemacht werden

„Ich entgelb das mal.“

In der Sendeplansteuerung des NDR sind Positionen, die auf Halt gesetzt sind, also nicht gespielt werden sollen, gelb eingefärbt...

„Da kommt nur noch braune Soße.“

… Segmente, die nacheinander automatisch abgespielt werden, sind braun eingefärbt

„Der O-Ton war zu blau“

tja….

„Eddie holt ihn raus, Susi macht ihn groß!“

Kameramenschen brauchen präzise Anweisungen

 „Mach auf, sonst hat er die Bauchbinde auffem Kinn“

Wie gesagt, Kameramenschen …. Bauchbinde = Namenseinblendung

„Schau mal Return und gleich an bitte!“

Siehe oben, wobei Return ein schaltbarer Weg im Kamerasucher ist, in dem der Kameramensch sehen kann, was die Kollegen so machen

„Achtung, der Ton ist im Bild“

Tonmenschen brauchen es auch

„Die (beliebige Zahl aus dem Sendeablauf) ist nicht verknüpft!“ oder „…gefused“

Sendeplanunzulänglichkeit

„Hol mal für den Moderator einen Italiener!“

Italiener = kleines Podest zum Zwecke des Größenausgleichs zwischen Gesprächspartnern. Bogart hatte oft sehr große Italiener

Tee vor Pzwei

Positionsangabe im Studio

„Wir enden mit der Kralle!“

WDR Klassiker (und auch nur da) wahrscheinlich zurück zu führen auf das Aussehen des WDR Logos im Abspann damals, im letzten Jahrtausend

„Gebt mir Dirty mit IT“

Das Bildsignal in dem Schrifteinblendungen nicht zu sehen sind nennt sich Cleanfeed. Daraus wurde dann das Gegenteil gebastelt Dirty = Mit Einblendungen und IT steht für den Ton der nicht senderelevant ist. (Der Zusammenhang der ganzen Ansage erschließt sich mir auch nicht, aber sie kommt von einem Regisseur)

Gang ohne Gang

Im Sendeplan steht Gang von Pos.1 zu Pos.2, die automatische Kamera macht die dazu gehörige Fahrt aber der Protagonist bleibt stehen und dreht sich nur mit der Kamera mit. Ja, es mach Sinn.
Übrigens nicht zu verwechseln mit…

Der GoG!

Von einem Gang ohne Grund spricht man, wenn der Protagonist, ohne erkennbare Motivation, ohne sichtbaren Gewinn an Raum, Zeit oder Bildgestaltung, einfach mal durchs Bild läuft.

„Du hast Rot unterm Jingle“

Mitteilung an Kameramensch, dass die Kamera zwar Rotlicht hat, sein Bild aber noch nicht unmittelbar zu sehen ist, erst wenn der Jingle vorbei ist

„Mach mal ne enge Zweier!“

Heißt natürlich eigentlich, der Kameramensch soll zwei Personen möglichst nah abbilden. Vor MeToo stand es aber gerne mal für zwei Körperteile einer Person. und war nur selten tatsächlich für das Sendebild gedacht

„Schärfe gibts beim Inder!“

Manchmal wehren sich Kameramenschen auch…

„Nicht denken, schwenken!“

… wenn man sie läßt

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