Sparen fängt unten an

Grade habe ich einen Anruf von einem meiner Arbeitgeber bekommen: „Schlechte Nachrichten, wir zahlen keinerlei Zuschläge mehr.“ Auf Rückfrage warum hieß es dann, wegen der Standortfrage. In Berlin würden auch keine Zuschläge mehr bezahlt.

Gut, wir reden hier über Zuschläge bei Überstunden (im vorliegenden Fall ab der 11. Stunde(!), Nachtzuschläge ab 22:00Uhr und Sonn- und Feiertagszuschläge. Das macht absolut nicht so viel aus und ich kann mich auch kaum daran erinnern bei dieser Firma mal in die Zuschläge gekommen zu sein. Darum gehts aber auch nicht (nur)

Es geht darum, dass wieder ganz unten mit dem Sparen angefangen wird. Das Personal, die Leute die die ganze Arbeit machen, ohne die es die Show, Sendung, den Event gar nicht geben würde oder niemand sie im TV sehen könnte sind die finanzielle Knautschmasse.

Die Zeiten sind für Fernseharbeitgeber günstig: viele Leute, wenig Jobs.
Da nutzt man dann z.B. den Umzug eines Senders in dem man personalintensive Bereiche auslagert und den Leuten anbietet bei der Subfirma einen neuen Vertrag zu leicht veränderten Konditionen zu unterschreiben. Das sehen dann natürlich die anderen z.B. Fernsehsender und fragen sich warum sie denn mehr zahlen sollen und schwupps gehen die Tarife nach unten. Spesen gibts eh kaum noch, Catering auch nicht mehr und wenn dann gegen Bezahlung. Nicht mal etwas zu trinken gibt es umsonst, auch nicht bei stundenlanger körperlicher Arbeit bei 30°.
Alles nicht mehr wie früher.
Aber hinter jedem Mitarbeiter, egal ob fest oder frei stehen genug Leute die scharf auf den Job sind und die es auch für noch weniger Geld tun.

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Ich muss noch was nachtragen: natürlich weiß ich das das ganze a) nicht neu und b) nicht nur im TV Bereich so ist.